Gewürze selber machen

Geräucherter Paprika & getrocknete Chili – Gewürze selber machen

Gewürze sind wichtig, egal ob beim kochen oder beim grillen. Wie bei allen Zutaten ist Qualität entscheidend. Viele denken gar nicht lang nach und greifen im nächstbesten Supermarkt in das Gewürzregal – so wie ich auch lange Zeit. Leider befinden sich oft Rieselhilfen oder andere Hilfsstoffe in den Gewürzen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich finde so etwas hat darin nichts zu suchen. Darum achte ich beim Kauf von Gewürzen auf Qualität. Oder ich mache mir Gewürze einfach selbst. Und zwar mache ich heute zwei Klassiker, die in keinem (BBQ-)Gewürzregal fehlen dürfen, geräucherten Paprika und Chilipulver.

Was brauche ich alles, um Gewürze selber zu machen?

Ich verwende dazu heute, neben den Zutaten, einen Kugelgrill mit Deckel, Räucherchips, einen Dörrautomaten und eine Kaffeemühle. Wer diese Utensilien nicht hat, kann sich auch mit anderen Sachen behelfen.

Statt eines Dörrautomaten, kann man auch einfach den Umluft-Backofen bei niedriger Temperatur verwenden. Sollte sich die Temperatur bei eurem Ofen nicht unter 80 °C einstellen lassen (so wie bei meinem), kann man einfach die Backofentür einen Spalt öffnen (ggf. einen Kochlöffel dazwischen klemmen). So kann man die Temperatur deutlich senken.

Anstelle einer Kaffeemühle tut es auch ein Mörser und falls man den auch nicht hat, kann man auch alles mit dem Messer ganz klein hacken. Dann sind die Gewürze zwar nicht so fein gemahlen, aber der Geschmack ist genauso gut.

Nur beim Räuchern kommt man um einen Smoker, einen Grill oder ein Räucherhaus nicht herum. Da ist der Kugelgrill noch die einfachste Variante.

Getrocknetes Chilipulver

Chilis baue ich seit einigen Jahren bei mir auf der Terrasse an. Im Frühjahr ziehe ich aus Samen 3-4 Planzen und so habe ich im Sommer frische und richtig scharfe Chilischoten. Um sie haltbar zu machen, ist trocknen eine sehr einfache Methode. Und das will ich heute auch machen.

Dazu benutze ich meinen Dörrautomaten. Wie Eingangs beschrieben, kann man die Chilis auch im Backofen trocknen. Das geht genauso gut, ist aber nicht sehr wirtschaftlich. Ein Dörrautomat macht die Sache viel einfacher und der Stromverbrauch ist deutlich geringer.

Die frisch gepflückten Chili schneide ich einfach der Länge nach auf und entferne den Strunk. Die Kerne lasse ich drin, die stören mich nicht. Ich tue mir lediglich ein paar der Kerne bei Seite, so habe ich für das nächste Jahr gleich neue Samen.

Dann kommen die Chilis in den Dörrautomaten und werden so lange getrocknet, bis alle Feuchtigkeit raus ist und sie richtig fest und trocken sind. Wenn man sie in der Hand zerbrechen kann, sind sie trocken genug. Ich habe sie bei ca. 50°C etwa 48 Stunden im Dörrautomaten gehabt.

Für das Chilipulver muss ich die Schoten noch zu Pulver verarbeiten. Dazu habe ich mir eine elektrische Kaffeemühle gekauft. Die kostet nicht viel und eignet sich sehr gut zum zerkleinern von Gewürzen. Also packe ich die getrockneten Chilis in die Kaffeemühle und mahle sie so lange klein, bis das Chilipulver die gewünschte Form hat.

Es ist erstaunlich wie wenig nach trocknen und mahlen von den Chili übrig bleibt. Aber das Pulver ist richtig, richtig scharf und ich brauche zum Würzen nur kleinste Mengen. Damit reiche ich eine Weile.

Geräucherten Paprika selber machen

Geräucherter Paprika ist ein echter Klassiker unter den BBQ und Grillgewürzen. Leider ist dieser auch sehr teuer. Deshalb wage ich einfach mal den Versuch, geräucherten Paprika selber zu machen.

Dazu brauche ich Paprika, meinen Kugelgrill, Kohlebriketts, Räucherchips, meinen Dörrautomaten und die Kaffeemühle.

Als erstes schneide ich die Paprika klein und entferne den Strunk und die Kerne. Dann kommen die Paprikastücke auf einee Alu-Grillschale. Im Grill habe ich am Rand einen Haufen von Grillbriketts gelegt und ein bis zwei Hände vom den Räucherchips dazu gegeben. Die Räucherchips habe ich vorher ca. 20 Minuten in Wasser getränkt, so dass es sich schön vollgesaugt haben. An das eine Ende von dem Kohlehaufen kommen nun 2-3 durchgeglühte Kohlen, so dass der Haufen ganz langsam abbrennt. Ziel ist es, dass ich im Grill eine gleichmäßige Temperatur von ca. 70 °C habe. Wenn es zu heiß wird, verbrennt der Paprika und wird bitter. Die Temperatur lässt sich ganz gut über die untere und obere Lüftung regulieren. Da muss man einfach etwas herumprobieren, bis man die gewünschte Temperatur eingeregelt hat.

Jetzt kommt die Aluschale mit der Paprika auf den Grill, Deckel zu und nun darf das ganze 4-5 Stunden bei 70 Grad räuchern.

Nach den 4-5 Stunden hat der Paprika einiges an Rauch abbekommen und hat eine schöne, tiefrote Farbe bekommen. Weil die Paprikastück aber recht dick sind, ist er noch nicht komplett trocken. Deshalb kommen die geräucherten Paprikastücke jetzt noch in den Dörrautomaten, bis sie komplett trocken sind. Auch hier müssen muss man sie in der Hand zerbrechen können. Wenn sie sich nur biegen, dann ist der Paparika noch zu feucht. Am Ende waren sie noch einmal so 2-3 Tage im Dörrautomaten.

Um daraus Paprikapulver zu machen, kommt der geräucherte und getrocknete Paprika nun ebenfalls in die Kaffeemühle und wird zu Pulver gemahlen.

Aus 2 ganzen Paprika sind gerade mal 2-3 Esslöffel geräuchertes Paprikapulver raus gekommen. Der Geschmack ist super und hat eine deutliche Rauchnote. Das werde ich auf jeden Fall nochmal machen.

Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen. Gewürze kann man mit wenig Aufwand selber machen. So braucht man sich keine Sorgen um irgendwelche Zusatzstoffe machen. Chili und geräucherter Paprika eignen sich super um Speisen und Gerichten das gewisse Extra zu geben. Feuriges Chili oder mal ein Eintopf mit rauchiger Note? Ich werde natürlich berichten, wenn ich meine selbstgemachten Gewürze einsetze.

Arne

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