Thüringer Brätel - Nachg'schmeckt

Thüringer Brätel vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein

Heute kommt eine thüringische Spezialität auf den Grill – Thüringer Brätel. Dazu braucht man nicht viel. Nackensteaks vom Schwein, Zwiebel, Salz, Pfeffer und Bier. Es gibt natürlich auch Rezepte mit Senf, Knoblauch und weiteren Gewürzen. Ich möchte euch aber diese einfache Variante vorstellen, wie sie meine Mutter immer macht.

Wie bei allem gilt, nur wenn man hochwertige Zutaten verwendet, kann ein hochwertiges Essen dabei heraus kommen. Desshalb habe ich mich beim Schweinefleisch für das Schwäbisch-Hällische Landschwein von der bäuerlichen Erzeugergemeindschaft Schwäbisch Hall entschieden. Es handelt sich dabei um eine Rasse, die auf die 1820er Jahre in Württemberg unter König Wilhelm den I. zurück geht. Die Erzeugergemeindschaft verspricht artgerechte Haltung und Fütterung. Auf Genfutter, Antibiotika oder andere Medikamente wird verzichtet.

Hier könnt ein einen kurzen Bericht über diese besondere Rasse sehen:

Nun aber zurück zum Thüringer Brätel. Wie Eingangs geschrieben braucht es nicht viel:

Zutaten (für 4 Personen)

  • 4-6 Nackensteaks vom Schwein (Daumendick geschnitten)
  • 1 Metzgerzwiebel
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1-2 Flaschen Bier (sollte ein Pils sein)

Werkzeuge

Zur Zubereitung brauche es noch eine Schüssel, oder Box, ein scharfes Messer, eine stabile Unterlage (z.B. ein dickes Holzbrett) und einen Schnitzelklopfer (auch Fleischhammer genannt).

Vorbereitung

Die Vorbereitung beginnt ihr am besten einen Tag vorher. Mindestens aber 8 Stunden vor dem grillen der Thüringer Brätel.

Als erstes zerstoße ich den Pfeffer und das Salz grob in einem Mörser. Das könnt ihr natürlich auch in einer Mühle machen. Nur fein gemahlenen Pfeffer solltet ihr nicht nehmen. Anschließend schneide ich die Metzgerzwiebel in grobe Ringe.

Jetzt geht’s den Steaks an den Kragen

Der nächste Schritt tut ein bisschen in der Seele weh. Damit aus Nackensteaks Thüringer Brätel werden, müssen sie breit geklopft werden. Dazu einfach mit dem Schnitzelklopfer von innen nach außen und von beiden Seiten die Nackensteaks klopfen. Dabei bitte behutsam vorgehen, so dass keine Löcher im Fleisch entstehen. Das Ergebnis ist ein breiter und dünner Lappen – unser Thüringer Brätel. Hier seht ihr vorher und nachher im direkten Vergleich.

Das Klopfen zerstört die Struktur des Fleisches, wodurch die Nackensteaks (noch) zarter werden. Bei den traumhaften Stücken vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein wäre das nicht notwendig gewesen um zartes Fleisch zu bekommen, aber ein Thüringer Brätel gehört nun mal geklopft. Außerdem kann durch die nun zerstörte und weiche Fleischstruktur die Marinade super durchziehen. Womit wir auch schon beim nächsten Schritt sind.

Das Bierbad

Der letzte Schritt der Vorbereitung ist denkbar einfach. Ich nehmen mir ein geeignetes Gefäß (Schüssel, oder Plastikbox) und fange mit einer Schicht Ziebelringe an. Darauf bette ich die erste Lage der geklopften Thüringer Brätel und gebe eine ordentliche Brise von meiner Salz-Pfeffer Mischung darüber. Dann kommen wieder Zwiebelringe, Fleisch, Salz-Pfeffer, usw. bis alle Fleischstücke von beiden Seiten mit Zwiebel und den Gewürzen bedeckt sind. Zu guter Letzt kommt das Bier drüber. Man braucht (je nach Größe des Gefäßes) ein bis zwei Falschen Pils. Das Fleisch soll vollständig damit bedeckt sein.

Das ganze kommt jetzt, gut verschlossen, für mindestens 8 Stunden in den Kühlschrank. In meinem Fall sogar fast 24 Stunden, da ich es am Vorabend vorbereitet habe.

Wie wird ein Thüringer Brätel gegrillt?

Die Marinade ist nun ordentlich durchgezogen. Zum Braten (so nennt man grillen da, wo ich her komme) nimmt man einfach die Brätel aus dem Bierbad und legt sie auf den heißen Rost. Im Idealfall nimmt man dazu einen Holzkohle-Säulengrill wie diesen. Es geht aber auch mit jedem anderen Holzkohle- oder Gasgrill. Traditionell wird das Brätel bei großer, direkter Hitze gegrillt. Also bei meinem Gasgrill alle Brenner auf Vollgas und gut aufheizen lassen.

Man kann eigentlich nicht viel falsch machen. Immer mal wenden und schauen wie sie aussehen. Wenn von beiden Seiten ein paar schöne Röststellen da sind, sind die Brätel fertig.

Die Zwiebeln der Marinade muss man nicht entsorgen, man kann sie wunderbar in einer Pfanne auf dem Grill schmoren und rösten. Das passt sehr gut als Topping zu unserem Thüringer Brätel.

Wie schmeckt das Brätel Schwäbisch-Hällische Landschwein?

Kurzum: hervorragend! Das Fleisch hat einen sehr schönen Geschmack, der mit der Zwiebel-Biermarinade wunderbar zusammen passt. Diese einfache Variante schmeichelt dem Fleisch super – mehr Gewürze braucht man nicht. Das Fleisch ist super zart und die Röstaromen ein Traum. Ein Thüringer Brätel deluxe!

Ich hoffe euch gefällt das Rezept. Probiert es aus uns lasst mich wissen wie es euch geschmeckt hat.

Arne

Zusammenfassung
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Rezept
Thüringer Brätel Deluxe
Datum
Vorbereitungszeit
Zubereitungszeit
Gesamtzeit
Bewertung
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